Welche zusätzliche Förderung gibt es für "Pflegehaushalte"?

 

Was kaum jemand weiß: Pflegebedürftige, aber auch Menschen ohne Pflegestufe (sofern ein erhebliche Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung vorliegt) und die in ihrem eigenen Haushalt leben, können seit dem 01.01.2013 neben den gewährten Pflegesach- oder Geldleistungen der Pflegeversicherung jährlich bis zu 1.550 Euro zusätzlich von der Pflegekasse erhalten, wenn sie für die Betreuung stundenweise einen Alltagshelfer einsetzen und dieser Ihnen für die erbrachten Leistungen (max. 8h/Tag) eine Rechnung stellt.

Dieser Anspruch besteht zusätzlich zu den sogenannten Pflegesachleistungen nach § 36 SGB XI (z.B. Leistungen eines ambulanten Dienstes) oder zu den Leistungen im Rahmen des persönlichen Budgets i. S. d. § 17 SGB IX oder einem Kostenersatz bei zusätzlichen Betreuungsleistungen für Menschen mit erheblichem Betreuungsbedarf nach § 45b SGB XI. Ebenso besteht der Anspruch, wenn Pflegegeld gemäß § 37 SGB XI (bei Versorgung durch Angehörige) in Anspruch genommen wird.

Eine Anrechnung der gewährten Verhinderungspflege auf die Pflegesachleistungen oder das Pflegegeld erfolgt nicht.

 

Anspruchsvoraussetzung:

Ihr Angehöriger ist mindestens in Pflegestufe 1 oder es liegt eine stark eingeschränkte Alltagskompetenz (§ 45b SGB XI) vor und Sie haben ihn bereits ein halbes Jahr lang gepflegt bzw. Sie sind neben einem ambulanten Dienst als Pflegeperson angegeben. Ein Teil der Kassen setzt Ihre Angabe als Pflegeperson damit gleich, dass Sie bereits seit einem halben Jahr Leistungen der Pflegeversicherung erhalten, anderen genügt es, wenn Sie im Antrag bestätigen, dass Sie bereits seit einem halben Jahr Ihren Angehörigen pflegen und betreuen.

Ein Anspruch besteht grundsätzlich, wenn Sie stundenweise verhindert sind (z.B. weil Sie Einkäufe erledigen, Kinder betreuen oder ins Kino gehen) und der Alltagshelfer für Sie "einspringt".

 

Die Pflegekasse ersetzt die Kosten für den Alltagshelfer unabhängig vom vereinbarten Stundensatz, jedoch maximal in Höhe von bis zu 1.550 Euro jährlich.

 

Wichtig: Eine Anrechnung der gewährten Verhinderungspflege auf das Pflegegeld und die Pflegesachleistungen erfolgt nur dann nicht, wenn die Leistungen durch einen Alltagshelfer, stundenweise, nicht länger als 8 Stunden pro Tag erbracht werden. Die Leistungen zur Verhinderungspflege verfallen, wenn sie bis zum Jahresende nicht ausgeschöpft werden.