was versteht man unter eingeschränkter Alltagskompetenz?

 

 

Aufgrund von demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen können Menschen in ihrer Alltagskompetenz auf Dauer erheblich eingeschränkt sein. Sie sind dann in erheblichem Maße auf Betreuung und – insbesondere zur Verhütung von Gefahren – oft auch auf allgemeine Beaufsichtigung angewiesen.

 

Um diesem Betreuungsbedarf Rechnung zu tragen, erhalten sie von der Pflegeversicherung besondere Unterstützung. Je nach Umfang und Schwere der vorliegenden Schädigungen oder Fähigkeitsstörungen erhalten sie einen Betreuungsbetrag in Höhe von monatlich 104 Euro (Grundbetrag) oder 208 Euro (erhöhter Betrag), also je nach Ausprägung der Einschränkung 1.248 Euro bzw. 2.496 Euro im Jahr, für sogenannte zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen.

 

Auch Personen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz, deren Bedarf an Grundpflege und hauswirtschaftlicher Versorgung (noch) nicht das Ausmaß der Pflegestufe I erreicht und die daher keine Pflegestufe haben, können den Betreuungs- und Entlastungsbetrag erhalten.

Man spricht hier von der sogenannten „Pflegestufe 0“.

Diese Personen haben außerdem entweder einen Anspruch auf ein Pflegegeld in Höhe von 123 Euro im Monat oder auf ambulante Pflegesachleistungen bis zu 231 Euro im Monat bzw. eine Kombination aus Geld- und Sachleistungen.

Zudem haben sie seit dem 1. Januar 2015 neben diesen Ansprüchen auch Anspruch auf den Wohngruppenzuschlag, Verhinderungspflegeleistungen, Pflegehilfsmittel und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen, Tages- und Nachtpflegeleistungen, Kurzzeitpflegeleistungen sowie Leistungen der Anschubfinanzierung zur Gründung von ambulant betreuten Wohngemeinschaften.

Die Möglichkeit der Inanspruchnahme der Tages- und Nachtpflegeleistungen wird für diesen Personenkreis von der Pflegekasse mit bis zu 231 Euro je Kalendermonat finanziert.

Auf der anderen Seite erhalten nun auch Pflegebedürftige ohne Einschränkung der Alltagskompetenz die Möglichkeit, die gesetzlich festgelegten zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen in Anspruch zu nehmen und sich die hierfür entstehenden Kosten bis zu einer Höhe von 104 Euro im Monat erstatten zu lassen.